29. Winterstraßenlauf Bruchhausen – schneller als gedacht

Am vergangenen Sonntag stand mein zweiter Halbmarathon sowohl für dieses Jahr als auch insgesamt auf dem Programm. Der treue Leser erinnert sich vielleicht noch daran, dass ich im März in Kandel meinen ersten Halbmarathon gelaufen bin und dabei auch ein wenig gelitten habe.

Seit damals ist bei mir viel passiert. Die damals noch sehr gefährlich anmutende Distanz von 21,1 Kilometern erscheint mir heute gar nicht mehr so gefährlich, sondern normal für einen längeren Dauerlauf. Mein eigentliches Ziel für den Halbmarathon war eine zusätzliche Motivation in der tristen Jahreszeit, um das Training ein wenig aufzulockern. Mir war aber auch klar, das wenn mich kein Muskelkrampf erwischt ich auch eine neue PB laufen würde. Die bestehende PB von 1:57 hatte ich mittlerweile schon mehrfach inoffiziell während der letzten beiden Marathons sowie auch im Training unterboten.

Und so setzte ich mir die 1:50 als sicheres Ziel, das ich erreichen wollte. Als Wunschziel hatte ich die 1:45 im Sinn. Es sollte aber alles anders kommen…

Der Start war erst nachmittags um 14:30 was bedeutete, das ich nicht besonders früh aufstehen und wie gewohnt frühstücken konnte. Der gesamte Winterstraßenlauf in Bruchhausen, der dieses Jahr bereits zum 29. Mal stattfand, ist eine kleine regionale Veranstaltung.  Das hat einen besonderen Charme und trotz der fast familiären Atmosphäre war die Organisation echt klasse. Beim Abholen meiner Startnummer erlebte ich die erste kleine Überraschung: Ich hatte die 500 bekommen. Im Geiste sagte ich mir, dass dies sicher in gutes Zeichen im Bezug auf meine Pace im anstehenden Wettkampf sein würde. Natürlich in Meilen, nicht in Kilometern 🙂

Das Starterfeld für den Halbmarathon war mit circa 100 Startern recht übersichtlich. Wenn man aber das stürmische und nasskalte Wetter sowie die Jahreszeit und die Regionalität der Veranstaltung betrachtet, dann sind 100 Läufer nicht unbedingt wenig. Die ersten Kilometer war ich zu schnell unterwegs. Zumindest zu schnell für eine Zielzeit von 1:45. Ich bin aber bisher bei den meisten Wettkämpfen zu schnell in die ersten Kilometer gegangen und habe dann das Tempo reduziert. Diesmal wollte ich das eigentlich auch machen. Aber irgendwie lief es zu gut und so hielt ich das Tempo bei.

Die Strecke bestand aus zwei gleichen Runden, die ungefähr zur Hälfte durch den Wald führten. Das war bei dem herrschenden Wetter sehr angenehm, da dadurch der tobende Sturm stark gedämpft wurde.

Nach ungefähr 30 Minuten passierte dann das erste kleine Unglück. Ich bemerkte, dass sich der Schnürsenkel meines rechten Schuhs gelöst hatte. Nach einer kurzen Bedenkzeit hielt ich an, um den Schuh frisch zu binden. Das zweite Unglück passierte mir auf dem letzten Kilometer. Wieder der Schnürsenkel. Wieder rechts. Mist. Ich versuchte zuerst, weiterzulaufen, aber nach hundert Metern sah ich ein, das das nicht klappen würde. Also hielt ich noch einmal an und band mir noch einmal den Schuh. Als ich weiterlief, wurde mir kurz schwindelig. Wahrscheinlich war mein Kreislauf durch den kurzen Stopp irgendwie durcheinander gekommen. Mit einer Zeit von 1:40:18 kam ich ins Ziel.

Klar, man könnte sich jetzt über den Schuh ärgern, der zweimal aufgegangen ist. Hätte ich diesen nicht zweimal binden müssen, dann hätte ich eine 1:39er Zeit gepackt. Aber ganz ehrlich: Daran habe ich keine Sekunde gedacht. Ich freue mich total über meine Zeit, die so eigentlich nicht geplant war. Die letzten Wochen gab es bei mir ja kein spezielles Halbmarathon Training, sondern „nur“ viele langsamere Wochenkilometer und ab und an einen Tempolauf. Ich freue mich auch, dass ich nach dem Lauf keine körperlichen Probleme bekommen habe, wenn ich von einem leichten Muskelkater und einer leichten Zerrung in meinem linken Zeh absehe. Aber he, wo man hobelt, da fallen schließlich auch Späne 🙂

Nach diesem genialen Lauf bin ich mir zu 100% sicher, das ich im Frühjahr in Hamburg die 3:30 im Marathon in Angriff nehmen kann. Yeah!

PS: Mein besonderer Dank geht an Brooks, die den tollen PureGrip entwickelt haben und mit dem ich diese klasse Zeit gelaufen bin. Ihr macht echt tolle Schuhe, aber verdammt rutschige Schnürsenkel 🙂

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