50 km Ultramarathon in Rodgau

Herausforderungen? Unvernunft? Immer her damit! Das beschreibt recht gut die Basis Die 8 km mehrmeiner sportlichen Jahresplanung. Und so dauerte es natürlich nicht sehr lange, bis ich mich im vergangenen Jahr für eine Teilnahme beim 50-km-Ultramarathon in Rodgau entschied. Die größte Motivation war allerdings keine sportliche, sondern eine soziale. In kürzester Zeit hatten sich viele Leute aus dem #twitterlauftreff angekündigt und so ein Treffen wollte ich mir nicht entgehen lassen. Naja, die Aussicht zum Ultramarathonläufer zu werden lockte dann doch ein bisschen.

Während der Vorbereitung hatte ich als Zeitziel ganz grob 4:30h im Hinterkopf. Ich wollteDie Ruhe vor dem (Eis-)Sturm den Lauf keinesfalls Vollgas laufen, denn das hätte ich einfach nicht in meinen Trainingsplan hereinquetschen können, ohne mein großes Saisonziel, die Challenge Kraichgau, zu vernachlässigen. Das angepeilte Ziel traute ich mir aber mit einem zusätzlichen langen Lauf pro Woche zu. Dadurch hielt sich der zusätzliche Trainingsaufwand in Grenzen und ein bisschen mehr Grundlagenausdauer kann ja auch nicht generell schädlich sein. Soweit jedenfalls die Theorie.

Schon vor dem Start konnte man die freundlich und fast schon familiäre Atmosphäre spüren. Ganz anders als bei den großen Stadtmarathons und das lag nicht nur am kleinen Starterfeld von knapp 800 Athleten. Auch der Start war völlig stressfrei. Die Läufer hatten sich gemäß ihrer Leistung eingereiht (so wie es sein sollte und wie man es sich bei Volksläufen wünscht) und beim Startsignal setzte sich der Tross in Bewegung. Ich hatte mich zusammen mit Christian und einigen weiteren Leuten vom #twitterlauftreff im ersten Viertel aufgestellt. Witziges Detail am Rande: Viele von uns hatten die gleichen bzw. ähnlichen Jacken in Neongelb an und so waren wir immer schon aus größerer Entfernung gut zu erkennen. Das war natürlich nicht abgesprochen, aber Neonfarben haben im Sport bekanntlich immer Konjunktur. Zumindest Meinung nach.

Geschafft! Ich bin Ultramarathonläufer!Die Strecke von 50 km bestand aus einem 5-km-Rundkurs, den man 10x durchlaufen musste. Die ersten 2 km dieser Strecke bestanden aus Asphalt, der top geräumt war. Leider folgten diesen beiden Kilometern noch drei weitere im Wald, die aus Schnee und Eis bestanden. Dieser Teil der Strecke wurde von Runde zu Runde sulziger und schwerer zu laufen. Es kostete wirklich richtig viel Kraft und viele Körner, um das ständige Wegrutschen der Füße auszugleichen. Aber so ein Ultramarathon muss ja anstrengend sein!

Im Laufe der Zeit stiegen einige Mitläufer aus und die Gruppe der (Neon-) gelben Gefahr (O-Ton der Streckensprecherin) schrumpfte bis nur noch Christian und ich übrig waren. Vor und hinter uns liefen aber auch ein paar andere Mitläufer vom #twitterlauftreff ins Ziel. Im Fall von Hannes und Demeter sogar richtig weit vor uns in grandiosen Zeiten. Als die beiden im Ziel waren langen nämlich noch zwei Runden vor uns. Jede dieser beiden Runden hatte etwas Besonderes: In Runde neun passierten wir die Marathon-Marke und liefen damit weiter als je zuvor. Ein Anlass, der uns kurz jubeln lies und manchen Mitläufer vielleicht zum Schmunzeln brachte. Und die zehnte Runde… nun ja, da war einfach die letzte Runde! Die Motivation wurde noch einmal zusammengekratzt, der Körper schickte eine letzte Ration Endorphine. Nach 4:39:23h. Persönliche Bestzeit! (Ok, war bei meinem ersten 50er auch nicht schwer.)

Und dann? Leichtigkeit. Freude. Innerlicher Jubel. Ok, ein paar Krämpfe in den Oberschenkelrückseiten gab es auch, aber die waren nebensächlich. Wo man hobelt, da fallen schließlich Späne. Verglichen mit dem Leid, das ich nach meinen bisherigen Marathons hatte, war das aber wirklich nicht der Rede wert. Ein Umstand, der sicherlich dem geringeren Lauftempo zu verdanken war.

Ich fand die Veranstaltung sehr gelungen. Eine hervorragende Organisation, sehr nette Helfer und rundum eine familiäre Atmosphäre. Dazu gab es noch direkt am Versorgungspunkt ein erstklassiges Stimmungsnest aus #twitterlauftreff Sympathisanten, das unheimlich motivierte. Mein persönliches Highlight war aber neben dem Lauf das Treffen mit den rund 30 aus ganz Deutschland und Österreich angereisten Damen und Herren vom #twitterlauftreff. Großartig beschreibt das wohl am besten.

Rodgau, 2014 sehen wir uns wieder! Dann ja vielleicht ein bisschen schneller, schließlich gibt es jetzt ja eine PB, die geschlagen werden will.

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