Allgäu Triathlon 2018

Der Allgäu Triathlon wird seit 1983 durchgeführt. Damit ist er der älteste Triathlon Deutschlands. In diesem Jahr habe ich endlich einmal geschafft, nach Immenstadt zu reisen und selbst an der Startlinie zu stehen. Mit einem Tag Urlaub im Gepäck ging es bereits am Freitag zur Mittagszeit ab in den Süden.

Als ich von der Autobahn abfuhr, bot sich ein toller Anblick. Das Allgäu ist vor allem sehr grün mit seien Wiesen. Dazu die Berge am Horizont. Und immer wieder Kühe auf den Weiden. Alles sehr idyllisch. Und das Wetter zeigte sich auch von seiner besten Seite.

Vor Ort traf ich mich einer Freundin, um die Radstrecke locker abzufahren. Man erzählt sich ja, dass diese 40 km recht anspruchsvoll sind. Kleiner Spoiler: Das stimmt. Nach fünf Kilometern steht mit dem Kalvarienberg bereits die erste, giftige Prüfung an. Dieser kurze Anstieg fordert mit bis zu 18% Steigung jeden, seinen GA1-Bereich zu verlassen. Danach blieb aber erstmal wenig Zeit, um zu verschnaufen. Bis zum Ende der Runde warten noch zahlreiche Höhenmeter, unter anderem ein rund fünf Kilometer langer Anstieg in der Mitte der Runde. Und wo es nach oben geht, geht es natürlich auch wieder runter. Die Abfahrten bewegten sich zwischen »easy« und »Hilfe, die Bremse glüht!«. Es war jedenfalls lehrreich, die Strecke im Vorfeld besichtigen und nicht erst am Renntag überrascht zu werden.

Den Samstag verbrachte ich dann größtenteils auf dem Eventgelände. Registrierung, Wechselzonen besichtigen, in den Angeboten der Aussteller stöbern. Und immer wieder bekannte Gesichter treffen und plaudern. Je länger man bei diesem Triathlon-Zirkus dabei ist, desto häufiger sieht man vertraute Gesichter auf Veranstaltungen oder im Trainingslager.

Am Renntag zeigte sich das Allgäu von seiner schönsten Seite. So schön, dass die Temperatur im Alpsee nur noch für die Starter auf der Mitteldistanz den Neoprenanzug erlaubte. Zum Glück fühle ich mich mittlerweile im Wasser so sicher, dass mir das kein Kopfzerbrechen mehr beschwert. Obwohl mir das Schwimmen in der Gummipelle immer noch einen deutlichen Vorteil bringt.

Der Schwimmkurs begann mit einem Wasserstart und führte dann zunächst über einen Dreieckskurs über den See. Danach ging es einen kurzen Kanal entlang, für einen Landgang aus dem Wasser und schließlich wieder die Strecke im Kanal zurück. Die letzten 500 Meter führten dann entlang des Strandes zum Ausstieg. Ich kam mit dem Wasserstart nicht gut zurecht und fand beim Schwimmen irgendwie nicht in meinen Rhythmus rein. Am Ende war ich ein wenig langsamer in mit rund 1619 Metern auch etwas weiter als geplant unterwegs. Beim Weg zur Wechselzone mussten bereits die ersten Höhenmeter des Tages genommen werden, von denen es ja reichlich gab. 

Ich kannte die Radstrecke und war froh darüber. Die ersten flachen Kilometer zum Einrollen und dann war da auch schon die erste Herausforderung: der Kalvarienberg. Ja, das tat weh. Meter für Meter, Höhenmeter für Höhenmeter. Links und rechts standen Zuschauer, die die übermütigen Athleten anfeuerten. Mit gut 320W konnte ich diesen Anstieg in dreieinhalb Minuten bezwingen. Puh. Ohne Krampf und vor allem, ohne abzusteigen. Ja richtig, hier sah ich zum ersten Mal, dass Athleten abstiegen und ihr Rad schoben. Und ich kann es ehrlich gesagt niemandem verübeln. Hat halt nicht jeder Waden aus Stahl und Fleischeisen auf den Oberschenkelknochen.

Auf der restlichen Strecke schaute ich, dass ich an den Anstiegen möglichst nicht überzog und auf den Abfahrten und flachen Etappen Zeit gutmachte. Nach einer Stunde und 25 Minuten erreichte ich dann die zweite Wechselzone. Mit der Zeit bin sehr zufrieden. Ich hatte als Zielzeit etwa unter 1:30h im Kopf und insofern passt das hervorragend.

Dann war da noch was, ach ja: Laufen. Die Laufstrecke war größtenteils flach. Die Ausnahme stellte der Kuhsteig dar, eine durch und durch widerwärtige Steigung nach rund drei Kilometern. Dank Testosteron versuchte ich natürlich, diesen Anstieg easy nach oben zu joggen, aber das klappe nicht. Das letzte Stück musste ich gehen. Ich war diesmal froh, dass ich nur 10 km zu laufen hatte. Obwohl während des ganzen Wettkampfs keine Krämpfe oder signifikante Schmerzen hatte, kam ich nicht so recht in die Gänge. Beim Laufen fehlten mir die Kraft und irgendwie auch die Spritzigkeit. Aber Spaß machte es dennoch, und das zählt am Ende. Mit einer Laufzeit von 48 Minuten brachte ich den Allgäu Triathlon ins Ziel und war ziemlich zufrieden.

Der Allgäu Triathlon ist eine wunderbar organisierte Veranstaltung, die auch mit über 2000 Startern noch herrlich familiär wirkt. Wer einen außergewöhnlichen Wettkampf im Spätsommer sucht und sich von einer anspruchsvollen Strecke nicht abschrecken lässt, der sollte sich diesen Wettkampf genauer anschauen.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Comments will be closed on 1. November 2018.

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen