Die schwierigste Trainingseinheit: Vernunft

Ich predige oft, dass die wichtigste Trainingseinheit die Vernunft ist. Der ausgeklügeltste Trainingsplan bringt letztendlich keinen Erfolg, wenn man nicht auf seinen Körper hört. Mir hat ein Freund und ziemlich ambitionierter Sportler einmal erzählt, dass seine Formel 90% Plan und 10% Körpergefühl sind.

Er meinte damit, dass er sich zu rund 90% an seinen Plan hält aber an manchen Tagen je nach Körpergefühl mehr oder weniger macht. Oder auch mal eine Einheit streicht. Für mich klang das damals sehr nachvollziehbar und intuitiv richtig. Ich hätte mir damals aber nicht träumen lassen, wie schwer es sein kann, in diesem Spielraum von 10% nach unten zu korrigieren.

Warum ist das so? In den Jahren, in denen ich Sport treibe, fiel es mir immer leicht, mich an meinen Trainingsplan zu halten und an guten Tagen habe ich auch immer gerne etwas drauf gepackt. Aber jedes Mal, wenn ich mich nicht so gut fühle (was zum Glück sehr selten vorkommt), fällt es mir richtig schwer, weniger zu machen oder gar eine Einheit ausfallen zu lassen. Ganz am Ende sieht dann meist doch die Vernunft, aber es wäre echt angenehm, wenn es dafür nicht immer diesen inneren Kampf bedürfte.

Ich schreibe diese Zeilen, weil ich mich seit drei Tagen nicht besonders gut fühle. Keine große Sache wie eine Grippe oder ein Magen-Darm-Infekt, der einen für zwei Wochen aus ausknockt. Aber dennoch genügend Unwohlsein, dass kein vernünftiges Training möglich ist. Und obwohl ich weiß, dass sowas normal ist und man damit immer rechnen muss, drehten sich sehr viele Gedanken darum. Um die Auswirkungen von diesem Trainingsausfall. Dabei weiß ich genau, was für eine Auswirkung ein paar Tage mehr oder weniger Training auf meine Ziele in diesem Jahr haben: keine. Das würde ich auch jedem anderen exakt so sagen. Leider fällt es mir immer viel leichter, anderen Leuten gute und ernstgemeinte Ratschläge zu geben. Vielleicht sollte ich es mir einfach mal genau so sagen, wie ich es bei jemand anderem machen würde. Ein Versuch kann sicher nicht schaden.

Also: „Hör mal Wolfgang, mach dir keinen Stress wegen ein paar Tagen Trainingsausfall. Entspanne dich und setzte alles daran, dass du schnell wieder fit bist. Und dann wird wieder gerockt!“. Hm, das tat zumindest nicht weh. Ich bin gespannt, ob es funktioniert.

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