Ein paar Runden in Rodgau

Am vergangenen Wochenende traf sich die Ultraszene zum Saisonauftakt in Rodgau. Der dortige 50 km Lauf gehört mit seinen knapp 1000 Startern in Deutschland zu den größten Veranstaltungen seiner Art. Aber abgesehen davon ist  Rodgau 50 vor allem eines: Eine toll organisierte und herzliche Veranstaltung. Vor zwei Jahren bin ich hier die vollen 50 km und damit meinen ersten kleinen Ultra gelaufen. In diesem Jahr war mir aber klar, dass ich nur 30, maximal 35 km laufen werde. Mehr ist aktuell bei mir nicht drin und in Hinblick auf die noch junge Saison und meine Ziele möchte ich auch nicht das Risiko einer Überlastung eingehen. Da man in Rodgau übersichtliche Runden von je 5 km läuft, ist ein frühzeitiger Ausstieg problemlos möglich. Die Finisherzahlen zeigen auch, dass nur etwa die Hälfte der Starter die volle Distanz laufen. Ganz nebenbei liegt mein letzter Lauf von mehr als 30 km ziemlich genau zwei Jahre zurück: Das war nämlich beim 50er in Rodgau 2013.

Meine Frau Judith war mit von der Partie und sie hatte sich die vollen 50 km vorgenommen. Momentan ist sie in der Vorbereitung für den Rotterdam Marathon im April und da ist der 50er ein solider Grundlagenblock und Leistungstest. Sie lief natürlich langsamer als im geplanten Renntempo für den Marathon – die Regeneration danach soll ja nicht über Maßen andauern. Auch moderate 50 km sind nicht zu unterschätzen.

Der Startschuss erfolgte fast pünktlich um 10 Uhr und die ersten paar Runden fühlte sich angenehm locker an. Runde für Runde summierten sich die Kilometer auf meiner Uhr und nach der fünften Runde entschied ich mich, die 35 voll zumachen und danach wie geplant auszusteigen. Ich gebe zu, dass ich mehr als nur einen Moment mit dem Gedanken spielte, die volle Strecke zu laufen. Irgendwie siegte dann aber doch die Vernunft. Judith war sich allerdings sicher, dass sie bis zum Ende laufen wollte. Während sie ihre letzten 15 km lief, konnte ich in aller Ruhe duschen und pünktlich zu ihrem Zieleinlauf wieder am Ort des Geschehens sein und ein Zielfoto machen. Optimales Zeitmanagement! Sie traf in ihrer letzten Runde noch auf einen Bekannten, mit dem sie die letzten Kilometer gemeinsam lief. In dieser Phase des Laufs war das wohl für beide eine willkommene Motivation. Am Ende lief sie die 50 km in bemerkenswerten 4:47h. Ich finde das für Ende Januar ziemlich gut. Leider zog sie sich auf den letzten Kilometern eine Zerrung im Oberschenkel zu, die nun zu einer Zwangspause führt. In Anbetracht der Regenration nach dem 50er muss das aber nicht nur schlecht sein. Ich hoffe, dass sie bald wieder fit ist und dann in die direkte Vorbereitung für Rotterdam einsteigen kann.

Der Ausflug nach Rodgau war auch dieses Mal wieder sehr schön. Die Atmosphäre und die vielen bekannten Gesichter machen die Veranstaltung zu viel mehr, als nur einem Wettkampf. Irgendwann muss ich hier unbedingt wieder die volle Distanz in Angriff nehmen. Denn auch wenn mein vorzeitiger Ausstieg geplant und vernünftig war, fühlte es sich irgendwie komisch an. Denn eigentlich ist ein DNF ja keine Option!

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