Cheap levitra 40 mg Meine Lektion in Demut

Ich war in den letzten Wochen nicht so gut drauf. Der Ironman Lanzarote war ein tolles Erlebnis, aber nach meinte es das Glück nicht besonders gut mit mir. Mein Verletzungspech hat mir nicht nur meine geplante zweite Langdistanz in Regensburg, sondern auch die komplette Planung für das restliche Jahr zunichtegemacht.

Der Triathlon ist nicht mein Leben, aber als intensiv ausgeübtes Hobby ein durchaus wichtiger Teil davon. Jeder hat verschiedene Säulen, die zusammengenommen die Ausgeglichenheit und Stabilität für den Alltag formen. Bei mir gehört neben meiner wunderbaren Frau, meinen sozialen Kontakten und einem tollen Job auch der Sport dazu. Ich investiere jedes Jahr recht viel Zeit und auch den ein oder andern Euro und ich mache das unheimlich gerne, da mir jede einzelne Trainingsstunde unendlich viel zurückgibt. Trotzdem ist das Training für mich kein Selbstzweck. Ich liebe Wettkämpfe. Sie motivieren mich, über meine Grenzen hinauszuwachsen und dabei tolle Erfahrungen zu machen.

Und so war es einfach ziemlich niederschmetternd, als ich die Diagnose vom Arzt bekam und in meinem Kopf zu rechnen begann. Die geplanten Triathlons strich ich gedanklich zuerst. Glücklicherweise konnte ich die bereits bezahlten Startplätze entweder zurückgeben oder verkaufen. Dasselbe galt auch für bereits reservierte Hotels. Es war zwar schön, dass mir in der Hinsicht kein finanzieller Schaden entstand, aber jeder Klick auf einen Abmelden- oder Stornieren-Button war ein kleiner Stich. Irgendwann stand dann nur noch der Berlin-Marathon auf der Liste. Den Platz kann ich nicht zurückgeben oder verkaufen und die Reise werde ich auch auf jeden Fall antreten, da meine Frau ebenfalls den Marathon laufen wird.

Meine große Unbekannte in der Gleichung ist aber meine eigene Teilnahme. Ich bin bisher immer noch nicht völlig fit. Radfahren geht schon wieder recht gut. Lockeres Laufen bis hin zu 10 km ebenfalls, aber ich bin hier sehr vorsichtig, da ich Angst vor einer Überlastung habe. Und das lockere Laufen ist von der Pace her halt auch noch jenseits von Gut und Böse.

In den letzen Wochen dachte ich viel über das alles und meine Möglichkeiten nach. Die Fakten trugen leider nicht zu meiner Erheiterung bei. Neben den bereits erwähnten Dingen hatte ich mir seit Ende Mai auch noch satte vier Kilo auf die Hüften gefuttert. Wenn plötzlich 15-20 Stunden Training pro Woche fehlen und man normal weiterisst, gibt es anscheinend einen kleinen Kalorienüberschuss.

Das war echt ein mentaler Hänger, der sich da klammheimlich in mein Leben geschlichen hatte. Mir wurde klar, dass ich etwas ändern musste, um nicht den Spaß zu verlieren. Also habe ich mir vor Augen gehalten, warum ich seit sechs Jahren so viel Zeit in den Ausdauersport gesteckt habe und was mich daran so zufriedengestellt hat. Konnte die Enttäuschung über eine verpasste Saison etwa größer als das Feuer sein, das seit Jahren in mir brennt? Kann eine abgesagte Challenge Regensburg in der Waagschale schwerer wiegen, als ein Langdistanz Debüt beim Ironman Lanzarote? Und was ist mit den ganzen großen Worten über Motivation, die ich so gerne von mir gebe? Ist da etwas gar nichts dran?

Doch, da ist was dran. Aber zur Motivation gehört es eben auch, Rückschläge zu überwinden. Und bei mir dauerte das einfach etwas länger. Vielleicht war nach Lanzarote einfach die Fallhöhe zu groß. Ich habe in der letzten Zeit einige gute Gespräche geführt, in denen mir klar wurde, dass ich eigentlich keinen Grund habe, um frustriert zu sein. Ich habe für mich in den letzten Jahren echt viel erreicht. Als echter Nichtschwimmer habe ich mich damals gleichzeitig für meinen ersten Triathlon und einen Schwimmkurs angemeldet und beides erfolgreich beendet. Schwimmen zu lernen ist definitiv das Schwierigste, dass ich in meinem Leben gemacht habe. Ich kann trotz meiner Verletzung schneller laufen als manche Leute, die gesund sind. Und am wichtigsten: Ich kann sowas überhaupt machen, weil es mir meine Gesundheit erlaubt. Das ist echt toll und ich habe mir das nie so bewusst gemacht.

Letztendlich hat es dann in meinem Kopf klick gemacht. Vielleicht war das einfach eine Lektion in Demut für mich. Ich sehe die Situation nun jedenfalls entspannter. Ob und wie ich in Berlin laufen werde, werde ich kurzfristig entscheiden. Vielleicht ist da ja die Gelegenheit, mein Kostüm vom Rotterdam-Marathon nochmal zu tragen. Ich möchte jetzt wieder möglichst schnell fit werden und mich dann voll und ganz auf das Training für den Ironman Nizza im kommenden Jahr konzentrieren. Heute fühlt sich der Gedanke auch wieder richtig gut an.

Ich glaube, dass ich sicherlich mal wieder Zweifel oder eine mentale Krise bekommen werde. Hoffentlich bin dann von vornerein demütig genug, um mich daran zu erinnern, warum ich das alles überhaupt mache: Weil ich es kann und es mir unheimlich viel Spaß macht. Auch an einem grauen Tag scheint die Sonne. Man muss sich nur daran erinnern.

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