Pläne sind wie das Leben: Veränderlich

Pläne sind eine feine Sache. Ich mag sie sehr und habe eigentlich immer einen oder sogar mehrere zur Hand. Beim Sport helfen mir Pläne, langfristig fokussiert und damit auch motiviert zu sein. Der große Wettkampf, das Jahreshighlight, ist für mich wie ein Leuchtturm, der mir den Weg weist. Und diesen Weg gehe ich dann mit Hilfe eines passenden Trainingsplans.

Das ist ein Prinzip, dass mich seit den Anfängen meiner Sportleidenschaft begleitet. Aber Pläne sind nun mal wie das Leben an sich: teilweise unberechenbar. In diesem Jahr hatte ich beispielsweise ziemlich große Pläne. Ich wollte auf Lanzarote meine erste Langdistanz bestreiten. Trotz verschiedener ungeplanter Probleme im Vorfeld stand ich am 21. Mai im Sand am Strand der Kanareninsel und habe einen unglaublichen Tag erlebt.

Natürlich hatte ich für die Zeit nach Lanzarote noch ein paar Pläne. Ich wollte bei der Challenge Heilbronn über die Mitteldistanz starten und dann im August in Regensburg nochmal eine Langdistanz in Angriff nehmen. Aber leider sind Pläne keine Garantie. Direkt nach dem Ironman konnte ich mein Knie wegen starken Schmerzen in der Kniekehle fast nicht bewegen. Einen Tag später ging es schon deutlich besser, aber bis zum heutigen Tag sind die Beschwerden noch nicht völlig vergangen. An manchen Tagen war es ziemlich gut, nur um am Tag darauf wieder deutlich spürbar zu sein. Heute früh war ich deswegen beim Arzt. Laut Röntgenbild ist zumindest der Knochen in Ordnung. Für eine genauere Untersuchung ist aber ein Termin für ein MRT notwendig. Dieser steht in zwei Wochen an und ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Die Vermutung ist eine Entzündung des Meniskus oder einer Sehne.

Was bedeutet das jetzt für meine Pläne? Die Challenge Heilbronn ist schon kommende Woche und ich werde nicht daran teilnehmen. Ich habe seit Lanzarote kein ernsthaftes Training hinter mir und selbst wenn das Knie in einer Woche völlig schmerzfrei sein sollte, wäre mir das Risiko zu groß, direkt wieder mit einer Mitteldistanz ins Training einzusteigen.

Ich habe auch sehr viel über Regensburg nachgedacht. Klar, wenn ich jetzt das MRT abwarte und vom Arzt grünes Licht bekomme, dann könnte ich direkt wieder richtig ins Training einsteigen und hätte noch gute sechs Wochen. Das würde garantiert ausreichen, um zu Finishen und wahrscheinlich wäre ich nicht mal der Letzte im Ziel. Allerdings weiß ich nicht, ob in zwei Wochen wieder alles in Ordnung ist. Unter diesen Gesichtspunkten habe ich mich dazu entschieden, das Projekt »zweite Langdistanz« auf den nächsten Frühsommer zu verschieben. Ich habe ein paar Rennen auf dem Schirm, aber noch nicht endgültig entschieden. Für Regensburg habe ich zum Glück eine entsprechende Rücktrittsversicherung abgeschlossen, mit der ich zumindest einen Teil der Startgebühren wieder zurückbekomme.

Ich will unbedingt nochmal eine Langdistanz machen, weil ich dieses Format unglaublich toll finde und ich jede Minute auf Lanzarote genossen habe. Aber wenn ich das mache, dann will ich absolut fit sein und mein Bestes geben können. Ich glaube auch, dass mir eine Ruhephase guttut und ich davon profitieren kann, nochmals eine komplette Ironman-Vorbereitung durchzuziehen. Im Letzten dreiviertel Jahr und dem abschließenden Wettkampf habe ich viel gelernt und vor allem gemerkt, wo meine Defizite liegen. Daran möchte ich nach meiner Genesung arbeiten, um kommendes Jahr nochmal alles geben zu dürfen.

Wie sagt man so schön? Es sind die schweren Entscheidungen, die man treffen muss. Diese Entscheidung ist definitiv nicht einfach gewesen, aber ich finde sie absolut richtig. Obwohl wir erst Juni haben, hatte ich schon ein verdammt geiles Jahr. Unabhängig von meiner Verletzung und Regensburg: Besser hätte es sowieso nicht werden können.

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