Rad-Marathon Tannheimer Tal 2017

Es trug sich vor einigen Monaten zu, dass ich relativ kurzfristig gemeinsam mit einem Freund die Anmeldung für den Rad-Marathon Tannheimer Tal tätigte. Eine landschaftlich attraktive Strecke über 230 km und 3500 Höhenmetern sind eben sehr verlockend. Ein passendes Zimmer in einer nahegelegenen Pension war ebenfalls schnell gebucht.

Die Zeit schritt voran und plötzlich war jenes Wochenende auch schon gekommen. Allerdings gab es da noch eine Kleinigkeit. Am Freitag vor dem Rad-Marathon hatte sich der Termin für das Sommerfest meines Arbeitgebers in den Kalender geschlichen. Nun ja, was sollte da schon schief gehen?

Wirklich schief ging auch nichts. Allerdings verausgabte ich mich Freitagnacht schon etwas. Ob es jetzt an den zwei Runden Flunky-Ball (beide gewonnen!), den Cocktails oder er ziemlich kurzen Nacht lag, lässt sich nicht mehr ganz eindeutig rekonstruieren. Allerdings war ich am Samstag um 14 Uhr noch ziemlich kaputt, als wir in die Alpenrepublik aufbrachen.

Der Rest des Tages verlief dann recht unspektakulär. Nach einer entspannten Anfahrt (jedenfalls für mich als Beifahrer) bezogen wir unsere Pension und machten direkt ein frühes Frühstück für den Folgetag klar. Dann ging es zur Startnummernausgabe, die wir gleich mit dem Abendessen in Form der Pastaparty und einem (alkoholfreien!) Bier kombinierten. Gegen 21 lag ich im Bett und keine fünf Minuten später war ich auch schon eingeschlafen. Die Nacht sollte kurz werden, denn der Wecker war auf 3:30 Uhr gestellt. Schließlich war bereits um 6 Uhr der Start angesetzt.

Erstaunlicherweise fühlte ich mich beim ersten Klingeln des Weckers ziemlich fit. Nach einem soliden Frühstück in Form von vier Brötchen und zwei Tassen Kaffee ging es zum Start nach Tannheim. Zwanzig Minuten vor dem Startschuss hatten wir unseren Platz in der Aufstellung eingenommen. Nervosität spürte ich keine, aber ich hatte verdammt große Lust auf eine tolle Runde mit dem Rad. Um Punkt sechs setzte sich der Tross in Bewegung und wenige Minuten später klickten auch wir unsere Schuhe in die Pedale. Endlich ging es los. Wir freuten uns auf einen langen Tag im Sattel und eine tolle Landschaft. Leider war das Wetter zunächst nicht besonders schön. Die ersten drei Stunden waren ziemlich regnerisch. Ich musste daran denken, dass bei allen Wettkämpfen, die ich bisher in Österreich gemacht hatte, auch geregnet hat. Karma, Baby! Wir versuchten natürlich, das Ganze so gut wie nur irgendwie möglich zu ignorieren. Und dieser Plan schien aufzugehen. Als wir die zweite Verpflegungsstation ansteuerten, ließ der Regen nach und die Hoffnung auf Sonne keimte alsbald auf.

Zunächst stand aber mit dem Riedbergpass das erste radsportliche Problem des Tages an. Mit seinen 1407m Höhe ist er der höchste befahrbare Gebirgspass in Deutschland. Um ihn zu bezwingen, mussten wir 573 HM auf einer Strecke von 6 km und Steigungen von teilweise über 16% bewältigen. Ein gutes Stück Arbeit, dass mit dem tollen Gefühl, egend eine tolle Abfahrt, bei der man hochkonzentriert mit stellenweise über 80 km/h zurück ins Tal fliegen konnte. Nach dem Riedbergpass zeigte sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite. Mit viel Sonnenschein konnte die wunderbare Natur genossen werden, jedenfalls soweit es die Beine hergaben. Schließlich waren wir ja nicht (nur) zum Spaß hier. Apropos Spaß: Ich bin dann auch zum ersten Mal in meinem Leben mit dem Rad durch einen beinahe 1000m langen Tunnel gefahren. Das war definitiv mal ein Erlebnis, auch wenn ich das jetzt nicht ständig bräuchte.

Nach rund 120 km stand die zweite große Herausforderung in Form des Hochtannenbergpasses an. Auf einer Strecke von 13 km galt es hier, 906 HM zu bewältigen. Bei einer moderaten Steigung bis maximal 10% war das allerdings gut zu schaffen, sofern man sich seine Kräfte einteilte. Die durchgängig atemberaubend schöne Landschaft ließen die Anstrengungen aber in den Hintergrund treten. Nach der Abfahrt ging es bis km 200 recht flach weiter. Dort wartet dann als kleiner Abschluss noch der Gaichtpass, der uns mit 211 HM auf 4,3 nicht mehr wirklich herausforderte. Danach war das Ziel in Tannheim nur noch Formsache. Nach 9:37h auf die 8:04h reine Fahrzeit entfallen erreichten wir sehr zufrieden das Ziel. Unser Timing war perfekt, denn keine fünf Minuten später brach ein ziemlich starker Platzregen los.

Der Rad-Marathon Tannheimer Tal war ein tolles Erlebnis, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Auch wenn wir anfangs unter dem Regen zu leiden hatten, überwiegen die positiven Eindrücke doch bei weitem. Das wären neben der wirklich atemberaubenden Kulisse im Allgäu, dem Lechtal und dem namensgebenden Tannheimer Tal vor allem die perfekte Organisation und die extrem freundlichen und hilfsbereiten Helfer, ohne die so ein Event nicht möglich wäre. Sofern es zeitlich im nächsten Jahr passt, bin ich gerne wieder dabei.

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