RömerMan Ladenburg 2014

Eigentlich hätte der Wettbewerb auch ohne Probleme als GlutofenMan durchgehen können. Sommerliche Temperaturen von 34 Grad Celsius machten den Tag zu einer Hitzeschlacht. Aber damit muss man bei einem Triathlon im Juli auch rechnen. Jammern hilft aber nichts und so muss man das Beste daraus machen. Und eigentlich sind mir hohe Temperaturen bei einem Triathlon doch lieber wie Regen und Kälte.

Bei der Zeitnahme wurden die beiden Wechsel zur Radzeit addiert. Ich habe die einzelnen Zeiten aber mit meiner Uhr gestoppt, sodass ich die wirklichen Zeiten näherungsweise habe.

Schwimmen – 1,8 km in 29,50 min
Was für eine bombastische Schwimmzeit! Da hat sich das harte Training in den letzten Wochen endlich einmal ausgezahlt! Wer an dieser Stelle skeptisch ist, hat natürlich recht. Der RömerMan ist für seine schnellen Schwimmzeiten bekannt und diese haben natürlich ihren Grund. Man schwimmt nämlich im Neckar – und zwar mit der Strömung. Das Schwimmen war für mich auch der entscheidende Grund, überhaupt am RömerMan teilzunehmen. Nicht wegen des Flusses oder dessen Strömung, sondern wegen des Starts. Der erfolgt nämlich von einem Ausflugsschiff, mit dem man zum Startpunkt flussaufwärts fährt. Wenn das nicht Mal etwas Besonderes ist!

Aufgrund der Wassertemperatur, die bei rund 22 Grad lag, wurde vom Veranstalter eine Neopflicht angeordnet. Genau wie beim City Triathlon Heilbronn, bei dem ja auch im Fluss geschwommen wurde, stand hier der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Mit Neo geht man einfach nicht so schnell unter. Bei Temperaturen von 34 Grad ist ein Neo außerhalb des Wassers aber alles andere als ein Spaß. Die Gummipelle wurde daher erst kurz vor Besteigen des Schiffs zur Hälfte angezogen. Aber auch im halben Neo kam auf der kurzen Fahrt auf dem Neckar Saunastimmung auf.

Als das Schiff den Start der Schwimmstrecke erreich hatte, zogen wir unsere Anzüge an und sprangen einer nach dem anderen in die Fluten. Der eigentliche Start erfolgte dann etwa 10 Minuten später als Wasserstart. Zur Orientierung war eine Leine mit Luftballons über den Neckar gespannt worden, die als Startlinie diente.

Das Schwimmen an sich war für mich in Ordnung. Ich schwamm zwar teilweise einen Zickzackkurs, aber hatte keine Probleme mit der Atmung, der Kondition oder den anderen Schwimmern.

T1 – 3:17 min (handgestoppt)
Der erste Wechsel lief diesmal leider nicht besonders gut. Ich kam nicht auf Anhieb mit den Beinen aus dem Neo heraus und setzte mich dann nach einigen Versuchen hin, um ihn auszuziehen. Nicht sehr elegant, aber wirkungsvoll.

Bike – 41 km in 1:45:13h (handgestoppt)
Ich hatte es vor dem Rennen leider nicht geschafft, die Strecke abzufahren. Stattdessen hatte ich mir natürlich aufmerksam die Streckenkarte und das dazugehörige Höhenprofil angesehen. Außerdem hatte ich mit einigen Vereinskameraden gesprochen, die die Strecke aus den vergangenen Jahren kannten. Für mich war klar, dass ich die Anstiege auf der ersten Hälfte der Strecke nicht unterschätzten durfte. Von meinem Start in Heilbronn hatte ich auch noch die Lektion im Hinterkopf, dass ich an den Anstiegen nicht völlig am Limit fahren durfte. Bei meinem letzten Triathlon hatte ich auf der Laufstrecke dafür bezahlt. Mein Coach gab mir den Tipp, dass ich an den Anstiegen immer eine Idee lockerer fahren sollte, als ich eigentlich könnte. Eine einfache Regel, die mir sofort gefallen hat. Ich mag einfache Regeln, die man auch noch im Zustand größter Erschöpfung versteht und anwenden kann.

Die Anwendung dieser Regel war dann in der Praxis manchmal leichter und manchmal schwerer. Nach sechs Kilometern kam beispielsweise eine richtig brutale Rampe mit Steigungen von bis zu 17%. Da fehlen natürlich die Gänge an meinem Rad, um etwas locker als eigentlich machbar zu fahren. Anders war es bei dem rund 6 km langen kontinuierlichen Anstieg, der sich im Bereich von 12% Steigung befand. Hier fand ich es ziemlich schwierig, das richtige Maß zu treffen. Im Nachhinein glaube ich, dass ich hier zu locker gefahren bin. Im Nachhinein ist man aber bekanntlich immer schlauer. Wenn ich in Heilbronn ein wenig zu hart und hier ein wenig zu locker gefahren bin, wird es in Zell am See hoffentlich genau passen.
Der Rest der Radstrecke hatte dann einige sehr schöne Abfahrten und flachere Passagen, auf denen man viel Druck machen konnte. Generell wusste die Strecke durch ihre schöne Landschaft im Odenwald zu begeistern. Leider hat man im Wettkampf nie die Muse, um eine solche Landschaft richtig zu geniessen.

T2 – 2:08 min (handgestoppt)
Der zweite Wechsel klappte ohne Probleme. Hier gab es ja auch keinen Neo, den ich ausziehen musste.

Laufen – 10 km in 50:05 min
Ich war sehr gespant, wie es auf der Laufstrecke klappen würde. Ganz bewusst ging ich den ersten Kilometer kontrolliert in 4:49 min/km an. Nur nicht wieder hitzköpfig den ersten Kilometer am Limit rennen und die kommenden Kilometer dafür bezahlen. Der aufmerksame Leser merkt: ich bin lernfähig. Das Laufen war aufgrund der Hitze ziemlich anstrengend und mein Kreislauf meldete sich auch relativ schnell bei mir. Das hatte ich erwartet. Was mich aber freute, waren meine Beine. Die waren nämlich völlig okay. Keine Krämpfe, kein schweres Blei in den Beinen. Ganz anders, als in Heilbronn. Der limitierende Faktor war diesmal leider mein Kreislauf, der mit dem Wetter nicht zurechtkam. Ein Puls von 165-170 bei einer 5er Pace entspricht halt nicht dem, was ich gewohnt bin. Aber ein Triathlon ist eben ein Abenteuer und das ist auch gut so! Ich konnte die 10 km den Umständen entsprechend gut mit einer konstanten Pace zu Ende laufen. Auf der Strecke freute ich mich aber über jeden Verpflegungspunkt und die beiden kalten Duschen, die von Anwohnern (?) bereitgestellt wurden. Nach 3:10:09 Stunden erreichte ich schließlich das Ziel.

Fazit
Der RömerMan Ladenburg ist eine empfehlenswerte Veranstaltung. Die Organisation war richtig gut. Man merkte, dass der Veranstalter schon 20 Jahre Erfahrung hat und den Wettbewerb mit viel Leidenschaft veranstaltet. Die Radstrecke ist schön und sehr anspruchsvoll und der Start vom Schiff aus ist wirklich etwas Besonderes. Ich würde jederzeit wieder am RömerMan teilnehmen, wenn er in meinen Wettkampfkalender passt.

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen