Streckenbesichtigung des Ironman Zürich

Ein Wettkampf ist immer auch ein Abenteuer, da immer etwas passieren kann, mit dem man im Vorfeld nicht rechnet. Bei einem Triathlon mit seinen drei Disziplinen ist die eigentliche Frage nicht ob, sondern was passiert. Eine gute Vorbereitung hilft natürlich, um sicherer zu werden und zumindest einige der Unbekannten in der Gleichung zu klären.

Aus diesen Grund stand am letzten Wochenende ein Kurztrip nach Zürich an, um dort die Strecken für den Ironman Switzerland zu besichtigen. Schließlich sind es nur noch fünf Wochen bis zum großen Tag. Und ganz ohne Kenntnis der Strecken wollte ich dann doch nicht starten. Zum Glück ist Zürich nur rund drei Autostunden von Karlsruhe entfernt, sodass ein Kurztrip mit einer Übernachtung ohne Stress machbar ist.

Zusammen mit einem Freund reiste ich am Samstagnachmittag an. Als Abendprogramm stand zunächst die Besichtigung der Laufstrecke an – natürlich laufend. Am Wettkampftag gilt es hier vier Runden zu laufen. Die Strecke an sich ist nicht ganz einfach, aber fair. Im Stadtbereich ist es etwas verwinkelt und grobes Kopfsteinpflaster werden auf der letzten Runde, wenn die Beine müde sind, sicherlich spannend werden.

Das Highlight stand natürlich am Sonntag an. Denn da fand die geführte Streckenbesichtigung der Radstrecke an. Nach dem Frühstück begrüßte uns zunächst ein prächtiger Platzregen um 8 Uhr am Morgen. Glücklicherweise war dieser nicht von Dauer, sodass wir gegen halb neun mit zwar bedecktem Himmel, jedoch ohne Niederschlag. Nach und nach trafen mehr Leute mit ihren Rädern ein. Apropos Räder: Der Veranstalter ließ sich nicht lumpen und stellte für uns eine Motorradstaffel bereit, die die jeweiligen Gruppen anführen sollten und uns so zu mehr Sichtbarkeit und damit Sicherheit verhelfen sollte. Ziemlich cool und in der Form habe ich das bisher noch nie erlebt. Zusätzlich gab es aber auch noch einige Radguides, die die Gruppen anführten und hin und wieder Tipps und Infos zu Schlüsselstellen auf der Strecke gaben.

Die vielleicht 50 Teilnehmer wurden in verschiedene Gruppen entsprechend der jeweiligen Strecken aufgeteilt. Die Veranstaltung war nämlich nicht nur für die Teilnehmer des Ironman, sondern auch für zwei weitere, kleinere Triathlons ausgelegt. Wir sortierten uns in die Gruppe für die Langdistanzler ein und brachen alsbald mit einer rund zwanzigköpfigen Gruppe auf. Der Guide erinnerte nochmals daran, dass es sich um eine Streckenbesichtigung und nicht um ein hartes Training oder gar einen Wettkampf handelt. Heute also nur locker…

Um den Züricher Stadtverkehr so wenig wie nötig zu strapazieren, nahmen wir den Heartbreak Hill, der eigentlich kurz vor Ende der Runde kommt, als erstes in Angriff. Es handelt sich dabei um einen giftigen Anstieg in der Nähe der Wechselzone, der im Rennen bei km 85 und leider auch bei km 170 befindet. Die recht steilen 100 HM ließen sich mit den frischen Beinen recht gut bewältigen. Ob das im Wettkampf auf der zweiten Runde ebenfalls noch so gut funktioniert, wird spannend werden. Danach ging es auf der regulären Route weiter. Es folgten rund 30 flache Kilometer, die wir auch direkt mit einem 36er Schnitt in Angriff nahmen. Mythos GA1! Die Berge erreichten wir dann immerhin noch mit einem 32er Gesamtschnitt. Es folgten drei Anstiege, die ich als fair bezeichnen würde. Keine extremen Steigungen, die zu übermäßigem Krafteinsatz verleiten. Mit einem Blick auf den Wattmesser lässt sich das gut fahren, ohne viel im roten Bereich zu sein.

Unsere gemeinsame Runde endete dann vor den Toren Zürichs. Aufgrund des mittlerweile starken Verkehrs wollte man nicht mehr in der großen Gruppe durch die Stadt fahren. Eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann. Mein Freund und ich entschieden uns dann aber spontan dazu, die Runde einfach nochmal zu fahren. Wenn man schonmal da ist, muss man die Gelegenheit ja nutzen. Und zuviel Übung hat ja auch noch nie geschadet. Am Ende wurden es dann knappe 160 und die Gewissheit, dass die Radrunde beim Ironman eine faire Sache ist.
Ich bin aus Zürich mit einem sehr guten Gefühl zurückgekehrt. Die Besichtigungen der Lauf- und Radstrecke gaben mir die Sicherheit, dass ich das gut bewältigen kann. Vor allem die Radstrecke konnte ich im Vorfeld nicht wirklich gut einschätzen. Das Höhenprofil sah nicht wirklich hart aus, aber die Realität ist manchmal eben anders. Heute sind es noch exakt 31 Tage und ich freue mich darauf!

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