Tofu selbstgemacht

Als ich mich vor ein paar Jahren dazu entschlossen habe, fleischlos zu leben bin ich das erste Mal mit Tofu in Berührung gekommen. Anfangs sah ich Tofu als eine Art Fleischersatz an, aber mittlerweile weiß ich Tofu einfach so zu schätzen. Der augenscheinlich größte Nachteil von Tofu ist auch gleichzeitig sein größter Vorteil: die Geschmacksneutralität. So kann Tofu ideal als proteinreiches Grundmaterial für allerlei Geschmack verwendet werden. Ich ernähre mich in der Regel am Abend kohlenhydratarm (neumodisch Low-Carb) und da passt Tofu sehr gut auf meinen Speiseplan. Mittlerweile bekommt man Tofu ja auch in jedem Supermarkt in verschiedensten Geschmacksrichtungen für kleines Geld.

Tofu kann man aber auch sehr einfach selber machen. Und das geht so:

Zutaten:

  • Sojabohnen
  • Gerinnungsmittel (Nigari oder Zitronensaft)
  • Wasser

Geräte:

  • großer Topf
  • Sieb
  • Passiertuch
  • Küchenmixer oder Passierstab
  • evtl. Pressform

Zubereitung:

  1. Gerinnungsmittel vorbereiten: entweder eine Zitrone auspressen oder 2 Teelöffel Nigari in etwas Wasser auflösen)
  2. Die Bohnen mit Wasser abspülen und über Nacht in einer Schüssel mit Wasser einlegen. Zwischendurch einmal das Wasser wechseln.
  3. Bohnen abgießen.
  4. Die Bohnen im Verhältnis 1:3 mit Wasser in einen Küchenmixer geben und gut pürieren.
  5. Das Püree nochmals 1:1 mit Wasser verdünnen und in einem großen Topf unter rühren erhitzen. Die Flüssigkeit sollte bei etwa 80°C für fünf Minuten kochen. Dies ist wichtig, damit die Bitterstoffe verschwinden.
  6. Die Flüssigkeit durch ein Sieb, das mit einem Passiertuch ausgelegt ist abgießen. Die Bohnenreste kräftig auspressen. Achtung, nicht die Hände verbrennen! Bei der ausgepressten Flüssigkeit handelt es sich um Sojamilch.
  7. Die ausgepresste Sojamilch in einen sauberen Topf geben und wieder auf etwa 80°C erhitzen.
  8. Teelöffelweise Gerinnungsmittel zugeben, dabei rühren
  9. This is where the magic happens: wenn ihr das Gerinnungsmittel langsam zugebt, dann wird die gesamte Flüssigkeit irgendwann plötzlich gerinnen. In diesem Augenblick seht ihr, dass sich die Flüssigkeit verändert und sich in zwei Teile aufteilt: relativ klare „Sojamolke“ und kleine weise Flocken. Bei den Flocken handelt es sich um Tofu.
  10. Die geronnen Flüssigkeit kann nun durch ein Passiertuch abgegossen werden. Die Flüssigkeit kräftig auspressen (vorsicht heiß) und anschließend entweder in eine spezielle Tofu-Pressform geben oder in das Tuch eingeschlagen in ein Küchensieb legen und mit einem Gewicht beschweren (z.B. Wasserflasche).
  11. Nach 30 Minuten ist der Tofu fest und kann in Wasser eingelegt für ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dabei aber täglich das Wasser wechseln.
Ich esse den noch warmen Tofu sehr gerne mit etwas Sojasauce und habe daher keine Erfahrungen mit der Haltbarkeit :). Die Anleitung sieht vielleicht kompliziert aus, aber das täuscht. Die Herstellung von Tofu ist wirklich nicht schwierig und das Erlebnis aus ein paar Bohnen einen Block Tofu herzustellen hat mich beim ersten Mal sehr beeindruckt. Bei den Preisen, die im Handel für Tofu verlangt werden lohnt sich die eigene Herstellung aus wirtschaftlichen Gründen natürlich nicht. Daher stelle ich auch nur recht selten Tofu selbst her. Und wenn ich es mache, dann eher wegen dem Erlebnis an sich.
In Zukunft würde ich gerne einmal versuchen, verschiedene Geschmacksrichtungen herzustellen, also während der Herstellung noch Gewürze oder Gemüse beigeben. Oder vielleicht einmal eine süße Variante kreieren. Die Möglichkeiten sind dank der neutralen Beschaffenheit von reinem Tofu ja recht groß.

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