Training auf Reisen

Dem Triathlontraining sagt man nach, dass die Logistik einen hohen Stellenwert hat, ja gar eine eigene Disziplin ist. Ich bin regelmäßig beruflich auf Reisen und kann bestätigen, dass dies die ganze Sache sogar noch ein wenig komplizierter macht. Allerdings ist trotz Geschäftsreisen ein adäquates Training machbar. Das Ganze erfordert dann allerdings etwas mehr Planung im Voraus.
Ich bin derzeit meist 2-3 Tage in der Woche unterwegs und habe das fest in meinen Trainingsplan integriert. Bevor ich verreise, recherchiere ich mit Hilfe von Google Maps die Gegend und achte dabei auf Möglichkeiten zum Laufen. Klar, man kann theoretisch überall Laufen, aber ich bevorzuge ruhigere Strecken wie man sie beispielsweise in Parks, Wäldern oder an Flussufern findet. Nur in der Stadt zu laufen macht mir keinen Spaß.

Außerdem schaue ich, ob es (je nach Jahreszeit) Frei- oder Hallenbädern mit brauchbaren Öffnungszeiten in der Umgebung gibt. Im Sommer habe ich aber auch schonmal den Neo oder meine aufblasbare Schwimmboje eingepackt, um am Abend im See zu schwimmen. Von diesen Kriterien mache ich es dann auch abhängig, wo ich mir ein Hotel suche, bzw. von meiner Firma buchen lasse. Ich habe da zwar keine völlige Freiheit und muss auch auf die Kosten achten, aber bisher habe ich noch in jeder Stadt ein passendes Hotel in akzeptabler Lage gefunden.

So ein Vorabcheck dauert keine fünf Minuten und bildet die Grundlage für meine Trainingsplanung unter der Woche. Zusätzliche Goodies wie eine Sauna oder ein Fitnessraum im Hotel sind nett, aber für mich nicht wichtig. Da ist mir ein bequemes Bett wichtiger. In der Praxis trainiere ich dann bis zu drei verschiedene Dinge auf Geschäftsreisen:

  • Laufen (geht eigentlich immer)
  • Schwimmen (oft möglich, vor allem in großen Städten)
  • Stabi (ein Theraband und mein Körpergewicht reichen völlig aus)

Das aufwändiger und komplizierter als das Training zu Zeiten, in denen ich ganz normal am Morgen ins Büro und am Abend wieder nach Hause fahre. Aber meine Alternative wäre eben, nicht zu trainieren. Und das ist nun mal keine Alternative, wenn man sich gerade auf eine Langdistanz vorbereitet.

Mit einer guten Planung lässt sich die Zeit auf Reisen sehr gut für das Training nutzen. Allerdings passiert auch hier der ein oder andere Fauxpas, der dann zumindest im Rückblick zu einer netten Anekdote werden kann. Positives Denken ist ja wichtig, genau wie die Fähigkeit zu improvisieren. Es ist nun einmal immer ein Worst Case, wenn man Trainingsutensilien vergisst.

Generell lässt sich alles Improvisieren, wenn auch manche Dinge schwierig bis sehr schwierig sind. Ich habe mir schonmal eine Badehose im Schwimmbad geliehen (aus der Fundstückkiste, die Dschungelprüfung des Triathleten). Meinen vergessen Forerunner habe ich einmal durch die Strava App auf meinem iPhone ersetzt. An meine Laufschuhe habe ich bisher immer gedacht. Zum Glück.

Meine persönlichen Anekdotenhighlights der vergangenen Monate:

  • Schwimmbrille. Man kann durchaus eine Stunde ohne Brille im Chlorwasser schwimmen. Ist dann aber bereits ab Minute 5 sehr unangenehm und ab Minute 7 verlagert sich der Trainingsschwerpunkt hin zum Orientierungsschwimmen. Positiv: Das Brennen hört wieder auf. Irgendwann.
  • Laufjacke / langes Laufshirt. Ich laufe natürlich am liebsten im Sommer und da in kurz/kurz, bzw. sehr kurz/sehr kurz. Aber bei Temperaturen unter dem Nullpunkt sieht das natürlich anders aus. Aber was soll man tun, wenn ein Lauf auf dem Plan steht und man zwar die lange Hose, aber nur ein kurzes Shirt in der Tasche hat? Ich habe dann einfach über das kurze Funktionsshirt noch ein normales Shirt und darüber einen normalen Winterpulli gezogen. Atmungsaktiv ist was anderes, aber hey, zumindest nicht besonders gefroren. Also erst am nächsten Tag, als ebendieser Pulli in meiner Alltagskleidung fehlte.

Mut zur Lücke hilft auch hier. Genauso wie eine kleine Checkliste, die ich mittlerweile habe und auf der ich die Handvoll Essentials abhaken kann. Was im Übrigen auch sehr hilft, ist eine vernünftige Trainingsplanung, mit der man auch auf Reisen oder in sonst wie eingeschränkten Situationen sicherstellen kann, dass das Training vernünftig weitergeführt wird.

Trainiert ihr auch öfter unterwegs? Was sind eure Strategien und Anekdoten?

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