Trainingslager auf Fuerteventura

Anfang Februar, Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Das Wetter ist ungemütlich, aber das soll sich bald ändern. Zumindest für mich. Zusammen mit meinem Rennrad und einem Koffer voller Sportausrüstung warte ich auf meinen Flug nach Fuerteventura. Zwei Wochen Trainingslager auf der kanarischen Insel liegen vor mir und habe vor, jeden Einzelnen davon zu genießen.

Die ersten Ideen zu diesem Trainingslager machte ich mir im vergangenen Jahr, nachdem ich meinen geplanten Start beim Ironman Frankfurt streichen musste. Damals war es für mich wichtig, meine Motivation wiederzufinden, was ja auch der Grund für meine Anmeldung beim Ironman Lanzarote im kommenden Mai war. Durch den Jobwechsel und die Urlaubspläne im letzten Jahr war mir damals auch schon klar, dass ich in diesem Jahr mehr (Rest-) Urlaub haben würde, als meine Frau. Und so ergab sich die Idee, das Angenehme (Urlaub) mit dem Angenehmen (Training) zu verbinden und ein Trainingslager im Frühjahr durchzuführen.

Die Idee wurde konkreter und bei meiner Recherche nach möglichen Anbietern stieß ich irgendwann auf Hannes Hawaii Tours. Mich sprach das Angebot an und ein paar Erfahrungsberichte im Netz klangen ebenfalls gut. Kurzentschlossen buchte ich die beiden Wochen Trainingslager auf Fuerteventura. Das war im Juli gewesen und schien damals noch weit in der Zukunft zu liegen. Aber Zeit hat es ja an sich, dass sie manchmal sehr schnell vergeht.

Nach einigen Stunden Flug landete ich auf der Insel, die für die nächsten beiden Wochen mein Trainingsrevier sein würde. Am Flughafen warteten schon Mitarbeiter von Hannes, die mich in Empfang nahmen und zur rund einer halben Stunde entfernten Hotelanlage Playitas fuhren. Dort bekam ich eine schnelle Führung und hatte anschließen den Rest des Nachmittags zur freien Verfügung. Ich nutzte die Zeit, um mein Rennrad zusammenzubauen und mir in Ruhe die Anlage anzusehen. Und was ich da sah, gefiel mir. Playitas liegt relativ isoliert am Strand. In der Nähe befindet sich der kleine Ort Las Playitas, der durch einen kleinen Spaziergang an der Strandpromenade zu erreichen ist. Die ruhige Lage ist ideal, um sich auf den Sport zu konzentrieren und durch nichts abgelenkt zu werden. Nach meinem Rundgang musste ich aber erstmal meine Laufschuhe aus dem Koffer holen und eine erste, kleine Runde drehen. Nach langer Zeit endlich mal wieder in kurz/kurz zu laufen musste einfach sein.

Am ersten Abend gab es neben der Begrüßung und einem ersten Kennenlernen eine Übersicht über das geplante Training der kommenden beiden Wochen. Der sportliche Leiter (und Weltmeister Coach) Lubos Bilek hatte sich einen Trainingsplan mit rund 50 Stunden Radfahren, Laufen, Schwimmen und Stabitraining ausgedacht. Das Training war nach dem 3:1:2:1 Muster von Be- und Entlastung angelegt, und an den Belastungstagen war jeweils Radtraining eingeplant. Das hieß aber natürlich nicht, dass man an den Entlastungstagen nur faul am Stand liegen sollte. Mit Freiwasserschwimmen und Athletiktraining würde es an diesen Tagen auch nicht langweilig werden. Ein normaler Trainingstag bestand aus einer Stunde Frühsport vor dem Frühstück. Im Wechsel gab es hier einen lockeren Nüchternlauf mit anschließendem Lauf-ABC oder ein geleitetes Schwimmtraining auf vier Schwimmbahnen im 50m Olympiabecken. Je nach Leistungsklasse gab es für jeden eine passende Bahn. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl war es beim Frühschwimmen manchmal etwas eng, aber die Teilnehmer nahmen immer viel Rücksicht, sodass das Schwimmen problemlos durchgeführt werden konnte.

Nachdem man sich beim anschließenden Frühstück gestärkt hatte, ging es dann gegen 10:30 Uhr aufs Rad. Durch die zehn Guides wurden in der Regel 10 verschiedene Touren angeboten, die sich in Länge, Anspruch und angestrebter Durchschnittsgeschwindigkeit unterschieden. Das war ideal, um weder über- noch unterfordert zu werden. Außerdem hatte die große Menge an Guides den Vorteil, dass man in kleinen Gruppen fahren konnte.

Am Nachmittag standen uns dann nochmals zwei reservierte Schwimmbahnen zum freien Schwimmen bereit. Für alle, die halt nicht genug bekommen konnten. Und das waren erfreulich viele.

Es dauerte nicht sehr lange, bis ich diesen neuen Rhythmus vollständig im Blut hatte und mein normaler Alltag noch maximal als vage Erinnerung in meinem Kopf war. Was für ein großartiger Zustand! Dazu trugen neben dem vielen Sport natürlich auch das Ambiente und vor allem die Campteilnehmer bei. Ich habe in den beiden Wochen viele richtig tolle Leute kennengelernt, die einen großen Teil Gesamtpakets ausgemacht haben. Der Mensch macht eben den Unterschied.

Im Rückblick bleiben mir viele tolle Erinnerungen an zwei außergewöhnliche Wochen. Die Insel ist ein fantastisches Traininsrevier, aufgrund der starken Winde aber kein Einfaches. Die karge Landschaft wirkt fremdartig, aber es dauert nicht lange, bis sie einen völlig gefangen nimmt. Mitten in dieser Landschaft erscheint das weitläufige Areal von Playitas wie eine Oase, die nur für Sportler da ist. Und in der Tat konnte man den Eindruck bekommen, dass dies der Fall ist. Die Dichte an Sportklamotten und Finishershirts war enorm. Die zahlreichen Profis, die die Vorzüge der Insel und von Playitas zu schätzen wissen, sprechen sicher auch für diese Location.

Das war sicher nicht mein letzter Trip nach Fuerteventura. Aber jetzt geht es im Mai erstmal nach Lanzarote. Wieder mit Hannes Hawaii Tours und hoffentlich wieder mit vielen tollen Tagen.

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