Wie du in diesem Jahr deine Laufkarriere startest

Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt und die guten Vorsätze sind noch dementsprechend frisch. Endlich mal mit etwas Sport anfangen. Laufen, das wäre doch was! Aber wie soll man nur damit beginnen? Bei den coolen Läufern im Park sieht das immer so lässig aus. Aber wenn du es dann schaffst, dich endlich selbst aufzuraffen, dann sind die paar Kilometer eine absolute Quälerei. Und lässig sieht das auch nicht wirklich aus. Das muss doch einfacher gehen. Mit mehr Spaß und weniger Anstrengung. Nachdem man sich dann von den Anstrengungen im heimischen Sauerstoffzelt erholt, ließt man zufällig auf Facebook oder Twitter, dass andere Leute mal eben 20 km ganz locker gelaufen sind – in annähernd der gleichen Zeit, in der man sich eben gerade noch im tiefen einstelligen Kilometerbereich gequält hat. Eigentlich ist man ja nicht neidisch, aber warum fällt es anscheinend jedem so unheimlich leicht, quasi nur aus Spaß einen Marathon zu laufen?

Warum überhaupt laufen?

Wie soll ich überhaupt anfangen? Was brauche ich, um zu laufen? Und wann bin ich eigentlich ein Läufer? Und vielleicht noch viel wichtiger: Warum soll ich damit anfangen? Es gibt zu diesem Thema natürlich viele Bücher und noch viel mehr Meinungen und Ratschläge.

Ziemlich oft liest respektive hört man, dass das Laufen sehr gesund ist und das regelmäßige Lauftraining ein wichtiger Baustein für ein gesundes Leben ist. Da ist sicher etwas dran. Jäger- und sammlertechnisch sind wir rein körperlich schon eher zum Laufen als zum Couchen gemacht. Studien deuten sogar darauf hin, dass eine körperliche Betätigung wie das Laufen sogar das Risiko einer Demenzerkrankung im Alter senken kann. Tolle Nachrichten, oder?

Ok, falls du jetzt noch nicht vor lauter Euphorie aufgeschrien hast, bin ich ganz bei dir. Ich freue mich zwar jedes Mal, wenn ich irgendwo lese, dass Sport gesund ist. Für mich ist das eine schöne Begleiterscheinung, aber nicht mehr. Ich habe noch nie Sport gemacht, weil ich von den gesundheitlichen Vorzügen profitieren wollte. Klar, Gesundheit ist mitunter das Wichtigste, dass jeder von uns hat. Aber wenn ich einen langen Arbeitstag hatte oder es wie aus Eimern schüttet, reicht mir das als Motivation nicht aus. In allen anderen Fällen reicht mir der reine Gesundheitsaspekt aber auch nicht aus. Das ist mir einfach zu schwammig.

Ein richtiger Grund muss also her. Etwas Handfestes, etwas Messbares. Eine Herausforderung. Auf der Suche nach Herausforderungen habe ich gute Erfahrungen mit einer Prise Unvernunft gemacht. Herausforderungen formen Ziele und die müssten ambitioniert sein, damit sie motivieren. Ich will jetzt mal irgendwie anfangen zu laufen ist so gesehen eine viel schwächere Motivation als ich werde in 10 Wochen an einem Volkslauf teilnehmen. Was würde dich persönlich mehr motivieren?

Ich habe in meiner Sportlaufbahn immer so gemacht und dadurch seit Jahren immer Motivation und viel Spaß gehabt. Beispielsweise habe ich:

  • Mich mit fast keiner Lauferfahrung für meinen ersten 10 km Volkslauf angemeldet.
  • Mich als Nichtschwimmer vor dem Beginn eines Anfängerschwimmkurses zu meinem ersten Triathlon angemeldet.
  • Mich zu einem 200-km-Radmarathon angemeldet, ohne zuvor je viel mehr als 120 km gefahren zu sein.

Das waren tolle Erlebnisse und die Wege dorthin waren ebenfalls großartig. Und das Schöne daran: Du kannst das auch. Ohne viel Schnickschnack. Es klingt einfach, aber du hast wahrscheinlich alles, um direkt mit deiner Laufkarriere anzufangen. Oder zumindest, um herauszufinden, ob Laufen etwas für dich ist. Sehe es doch als zeitlich begrenztes Abenteuer mit der Option auf eine lebenslange Verlängerung.

Was du brauchst

Im Gegensatz zum Radsport, Bobfahren oder Tauchen ist das Laufen ein relativ einfacher und preiswerter Sport. Relativ, weil man natürlich auch hier viel Geld für 12 Paar Schuhe, High-Tec Kleidung und Elektronik ausgeben kann. Aber (und das ist das Schöne) das muss man nicht. Für den Anfang reicht höchstwahrscheinlich das aus, das du sowieso zuhause hast:

  • Turnschuhe, notfalls Sneakers
  • Bequemes T-Shirt (Bonuspunkte gibt es hier für Funktionstextilien)
  • Je nach Wetter Pulli oder eine dünne Jacke (Rocky-Balboa-Gedächtnispunkte für einen Hoodie)
  • Bequeme Sporthose (kurz oder lang)
  • Je nach Wetter Cap, Mütze, Sonnenbrille
  • Internet

Das Internet brauchst du, um dir einen passenden Volkslauf auszusuchen und dich direkt online anzumelden. Denn dann hast du deinen Termin. Deine Herausforderung und deine Motivation. Als absoluter Anfänger währe hier ein Volkslauf über 10 km die richtige Wahl.

Der Termin sollte ca. 15 Wochen in der Zukunft liegen. Das ist es auch schon. Wenn du dich direkt anmeldest, dann hast du einen Termin. Und wenn du das dann direkt deinen Freunden erzählst und am besten noch mit deinen virtuellen Kontakten auf Facebook und Co teilst, dann steigert sich die Motivation nochmal. Denn wer kündigt schon gerne etwas an, um dann später zu sagen, dass man zu faul war. Niemand. Der Kern der Sache ist, dass es hier nicht um Zeiten geht. Ob du die 10 km in 50 oder 80 Minuten läufst, ist völlig egal. Das Ziel ist das Ziel. Schnell werden kannst du immer noch. Und das besondere an einem ersten Lauf ist ja die Tatsache, dass es definitiv eine persönliche Bestzeit wird.

Die ersten Schritte

Du bist für deinen ersten Volkslauf angemeldet und weißt nicht, was du jetzt tun sollst? Gratulation! Du hast damit die goldene Regel des Ausdauersports beachtet: Erst anmelden, dann nachdenken!

Und das war es auch schon. Das ist das minimale Starterset, das du benötigst. Das Großartige daran: Es gibt dir keine Chance, die ersten Schritte auf morgen zu verschieben. Mittelfristig solltest du allerdings schon einen kleinen Grundstock an Ausrüstung kaufen, damit du auch dauerhaft Spaß hast. Allem voran ein paar gute Laufschuhe. Ich empfehle dir hier, einen kleinen Laufladen in deiner Nähe zu suchen und dich gut beraten zu lassen. Schuhe sind individuell und vor allem am Anfang ist eine gute Beratung viel wert.

Daneben ist ein bisschen Theorie hilfreich. Entweder digital auf den verschiednen Blogs und Seiten zum Thema. Oder aber in Form eines Buchs wie zum Beispiel dem großen Buch vom Laufen. Darin findest du auch Trainingspläne, mit denen du dein Ziel sicher erreichen wirst.

Eine einfache Stoppuhr oder eine Lauf-App wie beispielsweise Runtastic ist ebenfalls ziemlich hilfreich. Aber auch hier gilt, dass es nicht gleich die beste GPS Uhr für 400€ sein muss. Die kannst du dir immer noch kaufen, wenn du auf deinen ersten Marathon trainierst.

Und sonst? Wenn du Fragen hast, dann stelle sie. Hier in den Kommentaren, in den Laufgruppen auf Facebook oder auf Twitter. Dort tummeln sich viele Gleichgesinnte.

Die Kritiker heben jetzt sicher schon die Hand und werfen ein, dass man das ja nicht so einfach machen kann. Ohne Gesundheitscheck und Laktattest? Wie soll das funktionieren, ohne dass man nach dem ersten Kilometer direkt tot umkippt? Außerdem ist es ja quasi unmöglich, ohne die optimalen Laufschuhe auf die Piste gehen, ohne chronische Knieschäden zu bekommen. Bla bla bla. Klar ist da ein bisschen was dran. Mit extremem Übergewicht, Herzschäden oder bekannten Erkrankungen ist es sinnvoll, vor dem Training einen Arzt zu konsolidieren. Genauso, wenn beim oder nach dem Sport Schmerzen auftreten. Aber das sollte wohl klar sein.

Fazit

Laufen kann einfach sein und am Anfang sollte es das auch. Zur Motivation bietet sich ein Volkslauf an, denn gerade in den ersten zwei Wochen kann das Leben als Laufeinsteiger zäh sein. Ein konkretes Ziel hilft da enorm. Und danach hat man die Chance eine neue Leidenschaft fürs Leben zu finden.

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